Korea in Hamburg und Berlin

Gleich zweimal habe ich Korea Ende September erlebt.

Das Magazin Effilee hatte mich eingeladen die koreanische Küche kennenzulernen. Mit von der Partie waren zehn Bloger*innen und in Hamburg lebende Koreaner*innen.

Beeindruckt hat mich, mit wieviel Liebe die einzelnen Zutaten zubereitet werden. Eigelb wird von Eiweiß getrennt und jeweils zu einem Omelette gebacken. Ein perfekt weißes, und ein perfekt gelbes Omelette, nur um dann in Streifen geschnitten zu werden und als Beilage für Suppe zu dienen. Das nenne ich Ästhetik auf hohem Niveau.

Die Koreanerinnen gaben Tipps, wo man am Besten die Originallebensmittel in Hamburg bekommen kann.

Etwas, das ich aus meiner eigenen Geschichte kenne. Als ich mit meinen Eltern in Deutschland lebte, war mein singapurischer Vater auch immer auf der Suche nach seinem Heimatessen. In den frühen Achtzigern, gab es nicht so viel Auswahl. Das hat sich heutzutage vereinfacht und man kann all die tollen Produkte, um ein original koreanisches Menü zu zaubern, auch im hohen Norden Deutschlands erwerben.

Als ich die kochenden Damen beobachtete und sie voller Begeisterung von der koreanischen Küche erzählten, stand mir deutlich vor Augen, welch hohen Identifikationsfaktor Essen hat. Die Speisen aus der Heimat sind wie ein Anker für die Seele.

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Nur wenige Tage später besuchte ich die Ausstellung: Lee Bul -Crash im Berliner Gropiusbau.

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Koreas Geschichte ähnelt bekanntlich an manchen Punkten der Deutschen. Nur im Gegensatz zur Bundesrepublik ist es immer noch ein geteiltes Land.

Lee Bul – Bildhauerin, Installations- und Performance-Künstlerin hat die Entwicklung Südkoreas von einer Militärdiktatur zur Demokratie (mit dem Bruderstaat Nordkorea gleich nebenan, der unter völlig anderen Bedingungen geführt wird) miterlebt.

Ihren Fokus legt die Künstlerin auf die Autorität des Patriarchats, das sie in Frage stellt.

Kalte, mechanistische Skulpturen und Installationen stellen die Suche nach einer futuristischen Idee dar.

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Fleischfarbene, insektoide Wesen erinnern an Gieger und die Alien-Filme.

Crash – weil Lee Bul die Globalisierung, den technischen Fortschritt mit dem Streben nach Idealen und Perfektion und deren Scheitern als Möglichkeit in ihren Utopien miteinbezieht.

Im Spiegellabyrinth verlieren wir uns und müssen den Weg alleine herausfinden.

Sie zeigt Technik in seiner chromglänzenden Schönheit, die uns doch Schaudern lässt.

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Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 13.01.19 im Berliner Gropiusbau.

 

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