Charlotte Rudolph – Bewegung

Charlotte Rudolph wurde 1896 in Dresden geboren. Sie erlebte, die Jahrhundertwende, zwei Weltkriege, den Wandel einer Welt, zu einer Gesellschaft, in der der Adel, Könige und Kaiser an Bedeutung verloren, oder abgesetzt wurden. Diktatoren auferstanden und untergingen. Freiheiten erkämpft, brutal beschnitten und sich neu gefunden haben. Frauen sich emanzipierten, wieder zurückgedrängt wurden und sich dennoch ihren autonomen Platz zurückeroberten. 1983 starb Charlotte Rudolph in Hamburg.
Man kann das Erleben einer so dynamischen Zeitspanne, ein bewegtes Leben nennen.

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Bewegung war auch der Fokus der Fotografin: Charlotte Rudolph.
Sie kannte sie alle und alle bewegten sich vor ihrer Linse:
Mary Wigman, Gret Palucca, selbst Chinita Ullmann.

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Und damit dokumentierte Charlotte Rudolph in den 20er und 30er Jahren die wichtigsten Jahre des Ausdruckstanzes.
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Vor dem Hintergrund des ersten Weltkriegs entstand Mary Wigmans Inszenierung: „Totentanz I“
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Was Charlotte Rudolphs Fotos so besonders machte war, dass sie die Tänzerinnen nicht posieren ließ, wie damals üblich, sondern in der Bewegung aufnahm. Gerade der Tänzerin Gret Palucca verhalf die Fotografin mit den Bildern der Tanzsprünge  zum Durchbruch.
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Und wenn sich die moderne Leserin/der moderne Leser jetzt fragt:
„Was soll Tanz denn anderes sein als Ausdruck?“
(wie es jüngst eine Kollegin von mir anmerkte),
dann lautet meine Antwort:
Vieles was wir als „frei tanzen“ bezeichnen, ist dem Ausdruckstanz ähnlich.
Aber vor hundert Jahren sah die Welt anders aus. Und vor einhundert Jahren, gab es bekanntlich eintausend Zwänge. Sowohl der Gesellschaftstanz, als auch das damalige Ballet folgte strengen Regeln.
Der Ausdruckstanz, sah sich als Gegenbewegung zu den starren Formen.
Der moderne Tanz mit den Stilformen der Rhythmus-, sowie Ausdruckstanzbewegung  wurde 2014 in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.
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Was also ist der Ausdruckstanz?
An dieser Stelle zitiere ich Dr. Wikipedia:
„Der Ausdruckstanz wird im Gegensatz zum Gesellschaftstanz nicht zur „oberflächlichen“ Unterhaltung getanzt, sondern dient dem individuellen und künstlerischen Darstellen von Gefühlen.“
Charlotte Rudolph hielt die Momente, in denen aus den erstarrten, festgeschriebenen Formen, eine natürliche Bewegung des Körpers entstand, mit ihrer Kamera fest.

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Oder wie es King Julian in Madagaskar schon ausrief: „I like to move it – move it!“

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